#1 (permalink)  
Alt 13.01.2009, 19:51
Drunken
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Beiträge: n/a
Sagen

Fragen zu Sagen bitte hier stellen.
Ihr könnt auch eure Lieblingssage vorstellen usw.

Der folgende Beitrag wurde verschoben.

Ragnara
Mod



Wie verbreitet galt eigentlich im Frankenland die Sage das von Rerir, Nachfahre von Odins Sohn Siggi, das Frankenland beherrscht wurde?

Gab es dadurch auch die Annahme der Abstammung von den Asen, oder war die
Sage mit dem weiblichen Meeresriesen mehr verbreitet?

Chlodwig seine Gemahlin Nanthilde war röm. kath. und somit blieb vermutlich dem König
durch die weiblichen Waffen seiner Frau und der Kinder Erziehung auf lange Sicht kein anderer Weg übrig

Geändert von Ragnara (13.01.2009 um 20:59 Uhr).
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  #2 (permalink)  
Alt 13.01.2009, 21:43
Benutzerbild von Rianonn
Rianonn Rianonn ist offline
Hexe
 
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Meine erste Lieblingssage ist das Nibelungenlied. Ich denke, dass es so bekannt ist, dass ich es nicht extra vorstellen muß.

Den Sagenschatz um den Berggeist Rübezahl mag ich auch sehr gerne. Rübezahl, ..der Berggeist aus dem schlesischen Riesengebirge, spielt den Menschen gerne Streiche, fällt aber auch auf die Nase.

In meiner Heimatstadt gibt es eine Sage, dessen Hauptfigur "Schlorga-Hans" heißt. Schlorgen ist der schwäbische Ausdruck für schlurfen. Besagter Schlorga-Hans geistert im Antonierhaus, früher "Eintracht" genannt. Er ist aber kein bösartiger Geist, sondern eine tragische Figur. Ihm liegt eine wahre Geschichte zu Grunde, in der es um einen Mann geht, der um Frau und Kind trauert. Zu Lebzeiten besucht er jeden Tag ihr Grab und schlurft dabei mit seinen schweren Stiefeln über den Kirchhof.
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" Ein zwölftes kann ich, wo am Zweige hängt,
Vom Strang erstickt ein Toter,
Wie ich ritze das Runenzeichen,
So kommt der Mann
und spricht mit mir."

Runatalspattr Odins
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  #3 (permalink)  
Alt 13.01.2009, 22:27
Schrättele
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Rübezahl kenn ich auch und fand ich auch immer recht gut eigentlich. Sonst fällt mir ehrlich gesagt keine ein grad
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  #4 (permalink)  
Alt 14.01.2009, 07:27
Benutzerbild von thomas der gigant
thomas der gigant thomas der gigant ist offline
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ich kenne nur eine rübezahl geschichte die mag ich aber. das ist so ein wirtshausbesitzer der bei seinen gästen immer mitisst und dann geht rüberzahl hin verkleidet und bestellt eine richtig fette eierspeiße.der wirtshausbesitzer isst mit und kackt danach hühnereier .
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Ik gihorta dat seggen,
ðat sih urhettun ænon muotin,
Hiltibrant enti Haðubrant untar heriun tuem.
sunufatarungo: iro saro rihtun,
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  #5 (permalink)  
Alt 14.01.2009, 09:11
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Ich mag die Dietrich von Bern Sage besonders, und natürlich die griechischen Sagen
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  #6 (permalink)  
Alt 14.01.2009, 09:27
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Ragnara Ragnara ist offline
Elfe
 
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Ihr könnt euch auch ausführlicher zu eurer Lieblingssage äußern, wenn nicht sicher ist, dass jeder andere sie kennt. (@Domo)

Und vielleicht könnte jemand Drunkens Frage beantworten?
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"Nur ein Idiot glaubt, aus eigenen Erfahrungen zu lernen. Ich ziehe es vor, aus den Erfahrungen anderer zu lernen, um von vorneherein eigene Fehler zu vermeiden."
"Leisten wir uns den Luxus, eine eigene Meinung zu haben."
(O. E. L. von Bismarck)
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  #7 (permalink)  
Alt 14.01.2009, 09:42
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...ich kann SIE alle haben...
 
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Sorry ich hatte angenommen, dass die Dietrichssage allgemein bekannt ist.

ich post bei Gelegenheit aber gern ne kurze Zusammenfassung
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  #8 (permalink)  
Alt 14.01.2009, 09:49
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Ragnara Ragnara ist offline
Elfe
 
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Naja, da die komplette Dietrichsage ein wenig umfangreicher ist, als die Episode "Hildebrandslied", kann es schon sein, dass dem einen oder anderen nicht alles bekannt ist.
Ich nehm dir mal Arbeit ab.

Dietrich wächst als Königssohn in Bern auf. Er hat einen Waffenmeister Hildebrand, der bis ins hohe Alter bei ihm bleibt. Er sammelt einen Kreis von Kampfgenossen (12 bzw. 11) um sich und wird nach dem Tod seines Vaters König von Bern. Dietrich vollbringt große Heldentaten. So ist er neben Beowulf, Sigfried (bzw. Sigurd) und dessen Vater Sigmund einer der wenigen germanischen Sagenhelden, denen ein **** über einen Drachen angedichtet wird. Dennoch ist er nicht immer imstande, seine Gegner aus eigener Kraft zu be****en. WittichOdoaker (in einigen Überlieferungen auch Sigurd) kann er nur mit Hilfe des Zauberschwertes MimungErmanarichAttila (in einigen Überlieferungen auch Etzel) ins Exil zu gehen. Einen Versuch, sein Reich wieder zu erobern, gibt er auf. Er unterstützt den Hunnenkönig bei vielen Kämpfen. Beim Kampf des Königs mit den Nibelungen versucht er zuerst zu vermitteln. Im Verlauf der Schlacht stellt er sich auf Attilas Seite und wird mitverantwortlich dafür, dass die letzten Nibelungen und Kriemhild getötet werden. (altwestnordisch Widga) etwa, sein späterer Kampfgenosse, ist ihm wegen seines besseren Schwertes überlegen. Ecke zeigt sich ihm ebenbürtig und wird nur getötet, weil Dietrichs Pferd Falke ihm gegen Ecke hilft. vertrieben und ist gezwungen beim Hunnenkönig be****en. Eines Tages wird Dietrich von seinem Onkel
In hohem Alter kehrt er ohne Heer zusammen mit seinem Waffenmeister in sein Reich zurück und gewinnt wieder die Herrschaft.
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  #9 (permalink)  
Alt 14.01.2009, 17:30
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Ragnara Ragnara ist offline
Elfe
 
Registriert seit: 15.10.2005
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Der folgende Beitrag stammt von "Jay" aus einem Thema, wo er nicht reingehört:

Zitat:
Zumindest gab es ja die Legende, an die auch noch Chlodwig glaubte, das Geschlecht der Franken stamme von einem weiblichen Meeresriesen ab.
Antwort von Drunken:

Zitat:
Chlodwig seine Frau Nanthilde war röm. kath.
Ich denke mal durch die weibl. Waffen einer Frau und der Kindeserziehung wegen, hatte der König auf lange Sicht ja keine andere Wahl

Die Sage mit der Meeresriesin klingt ja interessant. War diese Erzählung beim Volk weit verbreitet?

Wie stands bei den Franken mit der Sage vom Asenzug und den Nachfahrern von Rerir, Siggis Sohn?

Waren diese Geschichten weiter verbreitet und daher auch eine Abstammungstheorie von den Asen im Volk vertreten, oder hielt sich das Volk an die Abstammungstheorie von der Meeresriesin fest?

Gruß Drunken
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  #10 (permalink)  
Alt 14.01.2009, 18:12
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Elfe
 
Registriert seit: 15.10.2005
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Dann gebe ich mal meine Lieblingssage bekannt, die hier keiner kennen wird, außer meine bessere Hälfte ein wenig.

Es ist nicht nur eine Sage, sondern eine ganze Reihe von Sagen aus meiner Heimat. Als Kind war ich oft auf Volksfesten, bei denen die Burgfrau uns Geschichten aus der Heimat erzählte, vor allem aus der Stadt, in der ich aufgewachsen bin: Lenzen an der Elbe.
Eine dieser Sagen stelle ich euch vor. Sie ist aus dem Buch "Wunderbare Fahrten und Abenteuer der kleinen Dott" vom prignitz-pur Verlag.

Die kleine Dott unternimmt eine Reise durch die Prignitz, bei der sie mit Tieren spricht, ihnen hilft, Weisheiten erfährt und wundersame Dinge kennen lernt.
Beispielsweise erfährt sie einiges über unsere Opfersteine in Mellen.
Gegen Ende ihrer Reise kehrt sie in Lenzen ein und landet auf der Burg. (die Prignitz wurde von Germanen besiedelt, dann von Slawen und dann wieder von Germanen, die sich gegen ihre Christianisierung wehrten)

Der vorliegende Auszug handelt von den "Rossen vom Kestenberg" aus dem Jahre 929.
Die kleine Dott war also auf der Burg. Auf einmal fingen die Menschen aus der Stadt an, sich komplett zurückzuziehen.
„[…]Vollkommen menschenleer und schauerlich schweigend lag das Land da. Und in lautloser Stille lauschten die Wenden (slawischer Stamm A.d.V.) in die Nacht hinein.
Plötzlich hörten sie ein leichtes Pferdegetrappel, und sie sahen, wie von Süden her ein schwarzes Ross durch die Wiesen daherstürmte. Mit dumpfem Hufschlag raste es über die Holzbohlen der Straße der Mondhörnerstadt. Und als es in fliegender Eile an der Burg vorbei zum Kestenberg jagte, da drückten die Mütter die Kinder an sich und duckten sich mit verhüllten Augen hinter die Brustwehr des Ringwalles.
Von Sterbitz her aber eilte weiß schimmernd ein zweites Ross, aus dem Reiche der Polaber kommend, zwischen den Seen hindurch an der Burg vorbei zum Kestenberg. Noch einmal schimmerte es blendend im Mondenstrahl auf und verschwand hinter dem schwarzen Ross unter den dichten Bäumen.
„Was sind denn das für Rosse?“, wagte Dott endlich die junge Mutter zu fragen, die ihr das Kind aus dem Arm genommen hatte und zitternd neben ihr stand. Die blickte sie voll Schrecken an. „Das darfst du nicht zu laut fragen“, sagte sie drohend und führte Dott rasch zur Seite. „Denn daran erkenne ich, dass du nicht zu uns gehörst, und du musst wissen, dass bei und alle Fremdlinge sofort mit der Keule erschlagen und den Göttern geopfert werden, wenn ein Krieg bevorsteht.“ Als sie aber in die Augen der Kleinen blickte, die ernst und ohne Furcht auf sie gerichtet waren, beugte sie sich wie in Mitleid und in einem Gefühl mütterlicher Zärtlichkeit nieder und strich freundlich über ihr Haar.
„Weil du aber allein bist und mein Kind gehütet hast“, sagte sie schnell, „so will ich dich nicht verraten; und ich will dir auch sagen, was hier geschiet.“
Sie wandte die Kleine nach Nordosten, dem Kestenberge im Dammrower Forst zu.
„Dort drüben liegt unser Heiligtum“, flüsterte sie eilig, „in dem die Priester auf die Ankunft der Rosse warten, die von Westen aus dem Polaberlande und von Süden von den Wilzen abgesandt werden. Zwei Speere zuerst mit ihrem rechten Vorderfuß überschreiten, so bedeutet das für unsern nächsten Kriegszug den ****. Hunderttausende von Wendenkriegern stehen in dieser Stunde an allen Grenzen gerüstet und erwarten den Schicksalsspruch, denn das Heer des furchtbaren Sachsenkaisers Heinrich rückt heran, und der Kampf ist unvermeidlich. […]“


Diese Sage wurde mir als Kind so weitergegeben, dass auch heute noch in Lenzen nachts das weiße und das schwarze Ross zu sehen sind. Kommt das weiße Ross als erstes an, wird etwas Schönes passieren und umgekehrt. Wer sich nicht die Augen zuhält, wird sterben.
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